Tobias Versteeg

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Fragen an männlichen Kinderbetreuer

tobias versteeg2Name: Tobias Versteeg
Alter: 33 jährig
Wohnort: Luzern
Hobbies/Freizeitgestaltung: Feuershows, Biken, Klettern, Wandern
Beruflicher Werdegang:

  • Mein erstes Taschengeld verdiente ich als Babysitter in meinem Dorf. Ich war im ganzen Kanton der einzige männliche Babysitter. Schon zu Jugendzeiten faszinierten mich Kinder und die Art und Weise, diese in der Abwesenheit ihrer Eltern zu betreuen.
  • Meine Erstausbildung absolvierte ich als Koch. Ich arbeitete nach ein paar Erfahrungsjahren im Gastgewerbe, anschliessend im Personen - und Gebäudeschutz in Italien, als Schweizergardist.
  • Aus der Ferne kam ich zurück in die Schweiz nach Zürich um ein paar Jahre in einer Bank zu arbeiten. Da ich die Berge vermisste, zog es mich in die Zentralschweiz zurück und ich begann bei einer namhaften Versicherung zu arbeiten.
  • Ich spürte schnell, dass mich diese Arbeit nicht befriedigte und wechselte meine Tätigkeit, wo ich kurz darauf die Ausbildung als Sozialpädagoge HF begann.

Warum dieser Beruf:
Schon in meiner Kindheit spürte ich, dass mein Weg früher oder später in den sozialen Bereich führen wird. Bei mir brauchte es ein paar Jahre Erfahrung in anderen Bereichen bis ich mich entschied, die Ausbildung zum Sozialpädagogen HF berufsbegleitend zu machen. Den Weg in den Kleinkinderbereich fand ich durch meinen berufsbegleitenden Ausbildungsplatz im Kleinkinderheim Titlisblick in Luzern. Ich habe Spass, Kinder zu Begleiten und Sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen und zu fördern.

Das war eine Herausforderung:
Zu Beginn, wie auch heute noch muss ich mir meiner Rolle als Mann in einem frauendominierten Berufsfeld stets bewusst sein. Dazu braucht es klare Regeln und eine gute Kommunikation in allen Bereichen. In meiner täglichen Arbeit muss ich mir stets bewusst sein, was für ein Bild ich den Kindern als Mann vermittle. Dies hängt stark von meiner Persönlichkeit ab, welche ich in meiner täglichen Arbeit vorlebe.
Als männliches Vorbild hatte ich zu Beginn Mühe, meinen eigenen Erziehungsstil zu finden, dank vielen guten Inputs von anderen männlichen Mitarbeitenden fand ich diesen aber schnell.

Positiv habe ich erlebt:
Da ich der einzige Mann im Team bin, bekomme ich viel Wertschätzung. Auch die Kinder erfahren durch mich das andere Geschlecht und können dadurch auch Normalität erleben. Durch das schreiben meiner Diplomarbeit über die Rolle des Mannes im Kleinkinderheim konnte ich im Kleinkinderheim Titlisblick einiges bewirken und hoffe, dass die Männerquote steigen wird.

Was ich als Mann einbringe:
In meiner täglichen Arbeit sehe ich, wie wichtig der Mann in der Erziehung der Kleinkinder ist und was seine Rolle beinhaltet. Jeder Tag ist ein neuer Tag mit neuen Entdeckungen und Erfahrungen welche ich nicht mehr missen möchte. Es macht mir Freude die Entwicklungsschritte der Kinder sowie auch deren Eltern zu sehen und dabei etwas bewirken zu können. Kein Tag ist gleich wie der andere, dies macht mir Spass und gibt mir die nötige Abwechslung im Berufsalltag.
Als Mann bin ich grundsätzlich nicht mehr als eine Frau mit dem kleinen Unterschied des Geschlechts. Und genau dies ist das Positive daran, dass die Kinder beide Geschlechter erleben können und lernen, dass Männer nicht gleich Männer sind!
Auch eine Frau kann mit einem Hammer umgehen, sowie ich auch in der Küche zuhause bin.

Das solltest du beachten:
Der Beruf im Kleinkinderbereich ist für JEDERMANN! Mache auf dich Aufmerksam und schaue unverbindlich in einer KITA vorbei. Habe Mut dich zu bewerben oder zu schnuppern. Suche den Kontakt zu den wenigen Männern, welche in diesem Bereich arbeiten und hole dir die nötigen Informationen welche du benötigst!

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